Gönnen Sie sich doch mal dieses kulinarische Reißverschlussprinzip der Superlative. Ungefähr so spannend wie auf dem Weg zur Arbeit im Stau stehen, so kompliziert wie im Stau stehen bleiben, und so schmackhaft wie die VW-Abgas-Affen von Innen. Klar, machen Sie was Sie wollen, basteln Sie sich aus 1 kg Kassler und einer Dose Ananasscheiben eine eigene kleine Gichtraupe, und lassen Sie die in Ihnen herumkrabbeln, doch der alte Merksatz gilt: Wenn die Zutatenliste, Anleitung und der Titel ihres “Rezepts” identisch sind, dann lassen wir das ganze doch einfach Ihr kleines Geheimnis bleiben, oder? Oder, wenn Sie es einfach nicht lassen können, laden Sie konsequenterweise auch noch Rezepte für “Butterbrote”, “Pommes mit Ketchup” und “Avocado mit Salz” hoch. Guten Hunger (Jonaaaaaaaas)!
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Der Worst of Chefkoch-Blogger
In einer WG, Köln
Sein Blick ist von dem Scrollen der Rezepte
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, dass Essen immer Scheiße wäre
und eben jene Scheiße seine Welt.
Toast, Ananas, die Creme von der Frische,
die im allerkleinsten Förmchen kocht,
ist nur ein Kampf von Saft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille pocht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang seiner Lippen
sich lautlos auf -. Dann geht Hawaii hinein,
wird später auf die Kloschüssel sich tippen -
und hört im Herzen auf zu sein.
Guten Hunger!
Der Grill, er ist nicht tot, der Grill. Der Grill, er ist nicht tot, er schläft nur. Er liegt dort unterm Apfelbaum und schläft nur, schläft nur. Der Grill, er ist nicht tot, der Grill. Und wie der Grill nicht tot ist, nur schläft, so schlummert auch das Bedürfnis nach knackigen Salaten in uns allen. Will heraus, kann nicht immer warten. Und wenn sie kickt, die schleimige Lust nach Salat, schlonzige Umarmung der Grillzange, dann kickt sie richtig, kickt mitunter so heftig, dass man glatt vergisst. Vergisst, was ein Salat ist. Die Ur-Gebote vergisst, welche da heißen: ‘Du sollst keinen halben Liter Ketchup verspeisen’ und ‘Du sollst keine Fleischwurst neben mir haben.’ Und dann mischt man, mischt, ja, mischt man Fleischwurst und Ketchup und, ja, auch ein paar Gewürzgurken und man schaut und isst und platzt fast und rennt zum Klo und das große Angrillen wartet hinter der nächsten Ecke und es kommt, es wird kommen, es wird da sein, das große Angrillen. Es wird dich in seine glitschigen Arme nehmen und auf die Bierbank setzen und auftischen: CURRYSALAT C U R R Y S A L A T currysalat curry salat. Der Grill, er ist nicht tot, der Grill, er schläft nur. Guten Hunger!
PS: Spontanen Menschen aus Ludwigshafen oder Mannheim seien noch daran erinnert, dass wir heute um 20:00 Uhr in Ludwigshafen im Kulturzentrum dasHaus auftreten und es noch ein paar Tickets gibt.
Noch zwei Wochen, dann ist es endlich wieder soweit: Man sitzt um die muffige Nadelabwurfmaschine und tauscht in billiges Geschenkpapier eingewickelte Enttäuschungen aus. Ein Porzellanclown? Toll, danke, dafür weiß ich schon den perfekten Platz in meinem Mülleimer. Aber die Enttäuschung muss beileibe nicht nur auf das Geschenkeauspacken begrenzt sein. Wenn das Weihnachtsessen schon mit diesem gelatinierten Stinkefinger aus der Küche beginnt, ist alles bereit für das jährliche Battle Royale um den Esstisch. Kompliment an den Koch, Erbsen und Tomaten mit Gelatine? Dazu Toastbrot? Ist da wohl noch jemand ein bisschen sauer, weil jemand anders so selten anruft? Es köchelt, aber nicht auf dem Herd. Es duftet nach Orangen, Zimt und Tränen. Herrlich. Frohen zweiten Advent ihr weihnachtlichen Vorspeisen des Lebens. Guten Hunger!
Gibt hier eigentlich gar nichts zu sehen. Nur paar Wurstsalatröllchen, die ganz normal auf einem Teller rumliegen. Wir sind wirklich die letzten, die sich dagegen aussprechen würden, sich so ein fleischiges Schäm-Dich nachts um drei und nackt am Kühlschrank reinzudröseln, aber so auf einem Teller serviert, na ich weiß nicht. Freust ihr euch, mich zu sehen, oder sind das eure Wurstsalatröllchen, die ihr mit zur Gartenparty gebracht habt? Ach, tatsächlich letzteres. Gut, in dem Fall dann mal schönen Abend noch, Party ist gerade spontan ausgefallen. Ja, sehr schade, finde ich auch. Ne, nehmt die ruhig wieder mit, ich hab heute meine durchfallsichere Weste nicht an, ich kann die also nicht essen. Aber euch: Guten Hunger!
PS: Wir spielen am 13.09. zwei Shows im Café Aera in Wien, Infos hier, ihr kleinen Spatzen —> facebook.com/worstofchefkoch/events/
Mir ekelt vor diesem fondorklecksenden Säkulum, wenn ich in meinem Mälzer lese von großen Köchen. Der lohe Lichtfunke Ramsays ist ausgebrannt, dafür nimmt man itzt Prisen von Buchweizenmehl – Plastikbackwerk, das in keinem Magen Sodbrenn’ anzündet. Da krabbeln sie nun wie die Ratten auf die abgenagte Keule des Hähnchens, und studieren sich das Mark aus dem Schädel, was das für ein Ding sei, mit dem er seine Bolo gerührt hat? Ein sächsischer Koch doziert, Jamie Oliver sei ein Hasenfuß gewesen, ein schwindsüchtiger Youtuber hält sich bei jedem Wort ein Werbefläschchen Fanta vor die Nase und schwatzt Jugendlichen über Integrität. Kerls, die in Ohnmacht fallen, wenn sie eine Fleischwurst verspeist haben, kritteln über die Kochkunst des Hannibal Lecters […]. Schöner Preis für euren Schweiß in der Küchenschlacht, daß ihr jetzt von 5-Minuten-Terrinen lebet und eure Unsterblichkeit in einem Verdauungstrakt mühsam fortgeschleppt wird. […] Pfui! Pfui über das schlappe Kastratenjahrhundert, zu nichts nütze, als den Braten der Vorzeit wiederzukäuen und die Köche des Altertums mit Kommentationen zu schinden und zu verhunzen mit Überwürzung. Die Kraft seiner Lenden ist versiegen gegangen, und nun muß Bierhefe den Menschen fortpflanzen helfen. Da verrammeln sie sich die gesunde Natur mit abgeschmackten Konventionen, haben das Herz nicht, ein Glas Maggi zu köpfen, weil sie Kurkuma dazu trinken müssen […] Hölle und Teufel! Nein, ich mag nicht daran denken. Ich soll meinen Leib pressen in eine Schnürbrust und meinen Willen schnüren in Rezepte? Das Rezept hat zum Schneckengang verdorben, was Adlerflug geworden wäre. Das Rezept hat noch keinen großen Koch gebildet, aber die Freiheit brütet Kolosse und Extremitäten aus. […] Stelle mich vor ein Heer Kerls wie ich, und aus Zwiebel, Orangen und Gelbwurst soll ein Gericht werden, gegen das Salzstangenauflauf und NuFleiKa Nonnenklöster sein sollen! Guten Hunger (Linda, wollen wir ne Räuberbande gründen?)!
Es ist Cocktail-Abend, Marianne, pack die Mayonnaise ein. Jede*r weiß, dass die kleinen weißen Sexstäbchen von Mutter Natur, die wir da Spargel nennen, am besten schmecken, wenn man sie direkt aus der Dose in ein Weinglas flutschen lässt. Nicht lang schnacken, Spargel, Mayonnaise und Eier in den Nacken. Ich schwöre euch nach dem Ding trinkt ihr nie wieder einen Mojito. Ab jetzt nur noch Salmonellenparadies im Glas. Ihr müsst ganz Ei werden, ganz Schlonze. Wo soll das alles enden? Was kommt als nächstes? Fleischsalat aus einem Maßkrug? Pürierte Fleischwurst direkt ausm Betonmischer? Eins ist sicher: Seit ich weiß, dass es dieses Rezept gibt, werde ich diese Gedanken nicht mehr los, wenn ich zu einer Cocktailparty eingeladen werde. Sie werden doch nicht.. oh gott… was wenn es doch… Okay, egal, ich sage vorsichtshalber ab. Guten Hunger (Schlingelsimon)!
Das neue Jahr hat begonnen und wieder schossen wir Raketen in die Lüfte, um ein riesiges NIMM DAS, HIMMEL, EINES TAGES KRIEGEN WIR DICH NOCH! aus uns zu brüllen. Was hat der Himmel denn jemals für uns getan?! Egal, fokussieren wir uns lieber auf die wichtigen Sachen, zum Beispiel DEN Lifehack für 2020: einfach nie wieder etwas fühlen. Außer natürlich, ihr wollt mal wieder eine richtig gute Zeit fühlen. Dann dürft ihr sehr gerne zu einer unserer Shows kommen. Denn im Januar wartet Norddeutschland und natürlich wieder unsere Lesebühne in Köln auf uns. Mehr noch! Wir erweitern unseren Lesebühnenstandort und expandieren gen Düsseldorf. Wer also schon immer diese Rezepte kosten und unseren Texten und anderen abstrusen Ideen lauschen wollte, ist hier gut bedient:
10.01. Jeden Tag eine Glutamat, Hallenbad Wolfsburg
11.01. Jeden Tag eine Glutamat, Moritzhof Magdeburg
12.01. Jeden Tag eine Glutamat, Pension Schmidt Münster
14.01. Die Grenze des guten Geschmacks, Wohngemeinschaft Köln
23.01. Jeden Tag eine Glutamat, Salon Hansen Lüneburg
24.01. Jeden Tag eine Glutamat, Riders Cafe Lübeck
25.01. Jeden Tag eine Glutamat, Kühlhaus Flensburg
31.01. Die Grenze des guten Geschmacks, Christus Kirche Düsseldorf
Und einmal noch von unserer Seite: Danke für das letzte Jahr. Wie viele Auftritte wir spielen durften ist unfassbar und ein großes Privileg. Vielen vielen Dank an alle, die gekommen sind! Nur Liebe,
Lukas und Jonathan
Als Merlin noch keine Legende, sondern noch ein lebender, vor Pickeln stinkender Halbstarker, aber nicht einmal Zauberer war, da träumte er schon davon, mit Magie die Welt zu verändern. Am Abend seines ersten Suffs geschah es dann. Gerade hatte er sich unter Zuhilfenahme einiger Kristallkugelweizen die Kerzen so hart ausgepustet, dass er seinen Namen vergessen und allen einfach erzählt hatte, er hieße Marvin (”Marrrvin! Der Magier! Beherrscher der Eneme - Elamend.. - von Wasser, Feuer, Erde und Luft!”). Als die Party vorbei und Merlin wieder Zuhause war, schlich er sich in die Küche und pumpte sich alles mögliche die Gurgel herunter, was eben noch im Haus war. 150g Leberwurst, Schmalz, ein freches Gürkchen, eine halbe Zwiebel und, natürlich völlig dazu im Verhältnis stehend, eine Scheibe Toast. Am nächsten Morgen, den Kopf schwer von der vergangenen Nacht, pupste er unter der Bettdecke. Da stieb auf einmal ein Vogel aus Feuer aus seinem Arsche empor, versenkte Bettdecke und Darm und erstarb sogleich zu einem Häufchen Asche. Wie freute sich Merlin! Die Magie war die ganze Zeit in ihm drin gewesen. Guten Hunger (Susann, du Phönix der Rezeptewelt, flieg!)!
Arthur Bananenschnitzler sitzt in Wien und schreibt an seinem Drama Bananatol. Da kommt Siggi zur Tür hinein. “Hallo, Sigmund FREUND” “Hör auf mich so zu nennen.” “Entschuldigung”, sagt Arthur, lächelt und beißt in eine Banane. Sigmund sagt, dass Bananen voll wie Penisse aussehen. “LOL”, sagt Arthur und schreibt das auf. Dann schlendern sie durchs malerische Wien. “Glaubst du”, sagt Arthur, “irgendwann werden so zwei Dullis unsere Namen für billige Gags benutzen, einfach weil sie am 13.09. zwei Live Shows in Wien spielen? Und sie schreiben so richtig schlecht versteckt die Daten für den Auftritt in den Text rein Beispielsweise, dass die Shows einmal um 17:00 und einmal um 20:00 Uhr im Aera sind? Und die machen das so easy von Zuhause aus, schreiben das einfach nur ins Internet rein?” “Ins was schreiben die das rein?”, fragt Siggi. “Nicht so wichtig… nicht so wichtig…”, sagt Arthur Bananenschnitzler und wird traurig, weil er weiß, dass es stimmt. Und noch dazu jemand ernsthaft ein Steak mit Bananen überbackt und das in Kaffeesahne ertränkt. Aber die beiden Dullis freuen sich sehr auf Wien. Wirklich. Und Tickets gibt es hier: https://ntry.at/worstofchefkoch
Liebe Schleckermäulchen, heute ist es soweit: Wir zwei Mäuse setzen uns in eure Fernseher rein und kochen ein paar der seltsamen Rezepte, die wir alle so lieben. Um 22:25 Uhr sind wir zusammen mit Lutz van der Horst auf Tele5 mit dem Piloten von “Comedians in Kitchens” zu sehen. Wir hoffen sehr, dass es euch gefällt und wir sind unfassbar dankbar diese Chance zu bekommen. Schaut gerne rein, für Menschen ohne Fernseher gibt es natürlich auch einen Livestream auf der Webseite von Tele5. Vielen Dank euch allen. Bleibt lecker!
Luki und Joni
Bild: Gianina Morgenstern (Insta: @gianinaa_)










